Rund 95.000 Fälle im Vorjahr – und nun haben die deutschen Versicherer 2025 etwa 100.000 Schäden aus Wohnungseinbrüchen reguliert, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Dieser unselige Trend hält an: Seit 2021 mit 70.000 Fällen steigt die Kurve Jahr für Jahr. Im längeren Vergleich bleiben die Zahlen jedoch moderat – zwischen 2011 und 2016 lagen sie über 150.000, mit Spitzen bis 180.000 Einbrüchen.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) bestätigt einen markanten Anstieg: 2025 sind die Einbrüche um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, seit 2021 sogar um 52,9 Prozent. Besonders betroffen sind Häuser ohne sichtbare Schutzmaßnahmen, wo Täter systematisch Sicherheitslücken ausnutzen. Regionalunterschiede sind groß: Im Süden, vor allem in Bayern, sinken die Raten auf unter 20 Fälle pro 100.000 Einwohner, während im Norden Werte über 100 üblich sind.
Steigende Schäden: Teurer denn je für Haushalte
Die Schadenssummen pro Einbruch klettern kräftig: Im Schnitt überwiesen Versicherer 2025 3.850 Euro, rund 200 Euro mehr als 2024. Insgesamt beliefen sich die Auszahlungen auf über 380 Millionen Euro – ein Plus von 10 Prozent zum Vorjahr. Die Diebe erbeuten Wertvolleres, von Schmuck über Elektronik bis hin zu Bargeld, was den Rekordwert antreibt.
Vergleichsweise meldete die PKS für 2024 noch 78.436 Fälle, mit einem Schadensdurchschnitt von 3.800 Euro und Gesamtschäden von 350 Millionen. Historisch gesehen erreichten Einbrüche ihren Höchststand 2015 mit 167.000 Fällen, alle zwei Minuten ein Delikt. Heute geschieht statistisch alle sechs Minuten ein Einbruch, oft in Kellern oder Dachböden, die Versichererstatistiken höher treiben.
Prävention wirkt: Abgebrochene Versuche als Erfolgszeichen
Der GDV empfiehlt mechanische Vorrichtungen: „Einbrecher suchen den schnellen Weg und scheitern oft: Knapp die Hälfte aller Einbruchsversuche bleibt laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Versuchsstadium stecken, häufig weil die Sicherungstechnik standhält. Wer die richtigen Stellen sichert, schreckt die meisten Täter bereits ab.“ Tatsächlich brechen über 45 Prozent der Versuche nach fünf Minuten ab, da Gelegenheitstäter ohne Profi-Werkzeug den einfachsten Zugang bevorzugen.
Beliebte Angriffspunkte sind Terrassentüren und Fenster, die ohne moderne Sicherung schnell zu knacken sind. Sichtbare Abschreckung wie Alarmanlagen oder verstärkte Beschläge minimiert Risiken erheblich. Der hohe Versuchsanteil von 46 Prozent im Jahr 2023 unterstreicht: Technische Maßnahmen verändern das Täterverhalten nachhaltig.