Im Jahr 2025 sind die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand bundesweit im Schnitt leicht gestiegen. Nach den Rückgängen der Vorjahre deutet dies auf eine kleine Trendwende hin. Besonders in Mittel- und Großstädten zeigt sich diese Entwicklung, wo die Nachfrage oft das Angebot übersteigt. Insgesamt lagen die Preise 2025 etwa 1,5 bis 2 Prozent über dem Vorjahr, getrieben durch sinkende Zinsen und steigende Löhne.

Diese Veränderung markiert das Ende einer Korrekturphase, die seit 2022 anhielt. In Städten wie München oder Hamburg stiegen die Quadratmeterpreise für Bestandswohnungen um bis zu 4 Prozent. Ländliche Regionen hingegen verzeichneten teils noch leichte Rückgänge. Der Markt stabilisiert sich langsam, bleibt aber regional stark unterschiedlich.

Faktoren wie die demografische Entwicklung und der Mangel an Neubauten verstärken den Druck in urbanen Zentren. Rund 40 Prozent der deutschen Haushalte streben Eigentum an, was die Nachfrage antreibt. Dennoch bleibt der Preisverlauf ungewiss, da wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen.

Auswirkungen für potenzielle Käufer

Als Käuferin oder Käufer darf man 2026 nicht automatisch von weiteren Preisnachlässen ausgehen. Vor allem in Mittel- und Großstädten kann der Markt schnell wieder anziehen, da Nachfrage und Angebot dort am stärksten auseinanderlaufen. Wunschobjekte sollten nicht zu lange liegen gelassen werden, aber jede Entscheidung erfordert saubere Kalkulationen. Der durchschnittliche Kaufpreis einer Bestandswohnung liegt derzeit bei etwa 3.500 Euro pro Quadratmeter in Großstädten.

Finanzielle Planung ist entscheidend: Berücksichtigen Sie Kaufpreis, Eigenkapital, Raten und Puffer für Nebenkosten. Viele Käufer unterschätzen Steuern und Maklergebühren, die bis zu 10 Prozent des Preises ausmachen können. Niedrigere Bauzinsen seit Ende 2024 erleichtern die Finanzierung, erhöhen aber die Konkurrenz. Eine Immobilienfinanzierungsrechnung mit mehreren Szenarien hilft, Risiken zu minimieren.

In Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet oder Berlin könnten Preise 2026 um weitere 3 Prozent klettern. Käufer profitieren von steigenden Einkommen, die die Belastbarkeit verbessern. Dennoch lohnt es sich, den Markt genau zu beobachten.

Chancen und Risiken für Eigentümer

Für bestehende Eigentümerinnen und Eigentümer ist der Preisanstieg ein positives Signal für den Wert der Immobilie. Es handelt sich jedoch keineswegs um einen Freifahrtschein, da der Standort entscheidend bleibt. In manchen Regionen steigen die Preise deutlich, in anderen sinken sie weiter. Ostdeutsche Städte wie Leipzig verzeichnen Zuwächse von über 5 Prozent, während peripher gelegene Gebiete nachgeben.

Vor einem Verkauf im Jahr 2026 sollte die Lage und Nachfrage geprüft werden. In attraktiven Lagen mit guter Infrastruktur steigt der Wert oft schneller als im Durchschnitt. Eigentümer können von der Stabilisierung profitieren, müssen aber steigende Nebenkosten wie Grundsteuer einkalkulieren. Eine professionelle Bewertung gibt Klarheit über den Marktwert.

Langfristig bleibt der Immobilienmarkt von Zinsen und Konjunktur abhängig. Insgesamt besitzen rund 52 Prozent der Deutschen keine eigene Wohnung, was die Nachfrage stützt. Eigentümer sollten Szenarien durchrechnen, um den optimalen Zeitpunkt zu finden.