Bei der Kfz-Versicherung lohnt sich zum Jahreswechsel in diesem Jahr ein besonders genauer Blick: Nach mehreren Jahren mit teils zweistelligen Beitragssprüngen zeichnet sich für die kommende Wechselsaison erstmals seit der Corona-Zeit ein Preisplateau ab. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass die Preise für Versicherungswechsler im Durchschnitt nur noch rund 1,3 Prozent über dem Vorjahr liegen. In der Kfz-Haftpflicht sind Angebote sogar etwa drei Prozent günstiger als vor einem Jahr – die Versicherer senken hier erstmals seit Jahren wieder die Preise. Teilkasko-Tarife bewegen sich mit einem minimalen Plus nahezu seitwärts, während Vollkasko-Policen mit rund 2,5 Prozent weiterhin etwas teurer werden.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch der eigene Vertrag günstiger wird. Entscheidend bleiben individuelle Faktoren wie Fahrzeugtyp, Wohnort und die damit verbundene Regional- und Typklasse, die persönliche Schadenfreiheitsklasse, die jährliche Fahrleistung sowie der gewünschte Versicherungsschutz. Wie groß die Spannbreite sein kann, zeigen Modellrechnungen der Vergleichsportale: Günstige Tarife liegen demnach teils über 30 Prozent unter Angeboten aus dem mittleren Preissegment. Gerade wenn die letzte Beitragsrechnung deutlich gestiegen ist oder sich die persönliche Lebenssituation verändert hat – etwa durch ein neues Fahrzeug, einen Umzug oder eine veränderte Fahrleistung – kann sich ein sorgfältiger Vergleich mehrerer Angebote finanziell lohnen.
Frist und Ablauf beim Wechsel
Für Verträge, die zum 1. Januar laufen, gilt in der Regel der 30. November als Kündigungsstichtag. Wer wechseln möchte, sollte dabei die richtige Reihenfolge beachten: Zuerst einen passenden neuen Vertrag abschließen und erst danach den bestehenden kündigen. So lässt sich zuverlässig vermeiden, dass zwischen altem und neuem Vertrag eine Versicherungslücke entsteht, die im Schadenfall teuer werden kann. Wichtig zu wissen: Bei einer Beitragserhöhung durch den bisherigen Versicherer kann zusätzlich ein Sonderkündigungsrecht greifen, das unabhängig vom regulären Stichtag genutzt werden darf. Die dafür geltenden Fristen – meist ein Monat nach Zugang der Erhöhungsmitteilung – sollten in der aktuellen Beitragsrechnung und den Vertragsunterlagen genau geprüft werden, damit dieses Recht nicht ungenutzt verstreicht.
Nicht nur auf den Preis schauen
Ein niedriger Beitrag allein macht noch keinen passenden Tarif aus. Vor einem Wechsel sollten insbesondere die Höhe der Selbstbeteiligung, der genaue Leistungsumfang, mögliche Ausschlüsse sowie die Bedingungen für Teil- und Vollkasko sorgfältig verglichen werden. Auch Zusatzbausteine wie ein Schutzbrief, der zugelassene Fahrerkreis, eine mögliche Werkstattbindung und die Absicherung bei grober Fahrlässigkeit können den tatsächlichen Leistungsumfang erheblich beeinflussen und sollten bei einem reinen Preisvergleich nicht unter den Tisch fallen.
Sinnvoll ist deshalb, mehrere Angebote stets mit identischen Angaben zu Fahrzeug, Fahrerkreis und gewünschten Leistungen einzuholen und die Vertragsbedingungen im Detail zu lesen, bevor eine Entscheidung fällt. Erst wenn Preis und Leistungsumfang wirklich zum eigenen Bedarf passen, ergibt ein Wechsel der Kfz-Versicherung tatsächlich Sinn. Wer sich unsicher ist, welche Bausteine im eigenen Fall wichtig sind oder wie sich ein Wechsel konkret auf den bestehenden Schutz auswirkt, sollte diese Fragen am besten in einem persönlichen Beratungsgespräch klären.